Luftrettungsstandort Koblenz

 

Der Luftrettungsstandort Koblenz wurde am 30. Januar 1973 in Betrieb genommen. Damals wurde die Luftrettung in Koblenz noch ausschließlich von der Bundeswehr durchgeführt. Das damals dort stationierte Luftfahrzeug war ein Bell UH-1D Helikopter. Diese Maschine gehörte zu den von der Bundeswehr betriebenen SAR-Maschinen und hatte das Rufzeichen SAR 73. Zusätzlich zu diesem militärischen Rufzeichen hatte die dort stationierte Maschine bereits die „zivile“ Kennung Christoph 23. Im Jahre 1990 kam es zu einem schweren Unfall, als am 7. Juni der Hubschrauber nach Kontakt mit einer Hochspannungsleitung abstürzte.

Bis zum Jahr 1994 hatte die in Koblenz stationierte SAR-Maschine lediglich einen Landeplatz und stand nachts im Freien, zum Auftanken flog die Maschine zum nahe gelegenen Heeresflugplatz Mendig. 1994 wurde die bis heute in Betrieb befindliche Luftrettungsstation mit Landeplatz, Hangaranlage mit Bereitschafts- und Ruheräumen sowie einer Tankanlage in Betrieb genommen. Dieser Landeplatz ist im Vergleich zu den meisten Landeplätzen an Krankenhäusern platzmäßig sehr großzügig bemessen; diese Größe ist notwendig, damit im Ernstfall die Großraum-Rettungshubschrauber der Bundeswehr dort landen können. Auf diesem Landeplatz haben zwei Maschinen dieses Typs Platz. Die Betankungsanlage ist so ausgelegt, dass auch diese Hubschrauber betankt werden können.

 

zivil- militärische Zusammenarbeit

 

Im Jahr 1999 kam dann ein weiterer wichtiger Punkt in der Geschichte des Christoph 23. Im April 1999 wurde erstmals die Kooperation zwischen ADAC und der Bundeswehr im Rahmen einer stetig wachsenden zivil-militärischen Zusammenarbeit durchgeführt. Seit diesem Zeitpunkt stellt der ADAC die Maschinen und den Piloten, das medizinische Personal wird weiterhin vom Bundeswehrkrankenhaus gestellt; der Hubschrauber fliegt seitdem nur noch unter dem zivilen Rufnamen Christoph 23.

Das Modell der Zusammenarbeit zwischen dem zivilen Betreiber ADAC und der Bundeswehr wurde als so erfolgreich angesehen, dass am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm am 1. April 2003 ein ähnlich ausgerichtetes Projekt gestartet wurde. Im Bundeswehrkrankenhaus Hamburg wurde dieses Model am 19. Januar 2006 ebenfalls realisiert, hier wird der Hubschrauber nun vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe gestellt.

Die Umstellung der Maschine auf die EC 135 (mit der einprägsamen Kennung D-HRET) brachte auch einige Vorteile mit sich: Die Maschine ist schneller, leiser und leistungsstärker als die Bell UH-1D und benötigt einen kleineren Landebereich (vorteilhaft bei Landungen im Stadtgebiet). Ebenso erfüllt sie die Vorgaben der JAR-OPS 3, die für einen Rettungshubschrauber Maschinen mit zwei Turbinen fordern.

Gerade im Bereich der ärztlichen Aus- und Weiterbildung von Ärzten kommt dem Rettungshubschrauber eine große Bedeutung zu: Oftmals fliegt zusätzlich zum Notarzt ein Arzt in Weiterbildung (z. B. Anästhesie) mit, um Einblicke in die präklinische Versorgung von Notfallpatienten zu erhalten. Diese Ausbildung kommt dann sowohl den Soldaten (vor allem in Auslandseinsätzen), aber auch Zivilpatienten zugute, die in das Rettungszentrum Koblenz eingeliefert werden.

 

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                                   Bell UH-1D                EC 135

   
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